Geschichte:

Gemeinde Mundelfingen
Aus der Geschichte

Die älteste Geschichte des Ortes Mundelfingen und sein Gründungszeitpunkt kann heute nicht mehr erfahrbar gemacht werden.
Sicher ist jedoch, dass hier ursprünglich die Kelten saßen, die von den Römern verdrängt wurden.
Um das Jahr 125 v. Chr. drangen römische Heere unter Tiberius in unseren Raum vor, und um 300 n. Chr. eroberten die Alemannen das Gebiet, unterlagen aber in späterer Zeit den Franken.
Mundelfingen gehörte politisch und geographisch zur Bertholdsbaar.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Mundelfingen im Jahre 802, in einer Schenkungsurkunde des Grafen Berthold an das Kloster St. Gallen in der Schweiz.
Die damalige Ortsbezeichnung war "Munolvingas": dies heißt, "bei der Sippe des Munolv". Zunächst gehörte die Ortschaft mit allen Pflichten und Rechten den Zähringern, bis das Haus Fürstenberg im Jahre 1283 diese ablösten. Bis zum Jahre 1805 blieb Mundelfingen bei den Fürstenbergern. Von 1380 bis 1619 belehnten die Fürstenberger die Edlen von Schellenberg in Hüfingen mit der Ortschaft.
Im Oktober 1524 und April 1525 zogen Bauerntruppen durch den Ort, um sich - im Zuge des Bauernkrieges - gegen die Erpressung und Unterdrückung der adeligen Herren zu wehren. Schlimmes verursachte der Dreißigjährige Krieg in Mundelfingen: Nach den Hungersnöten und Missernten in den Jahren 1622 und 1628 war das Dorf wirtschaftlich geschwächt; als dann 1632 die Franzosen und Schweden im Ort einfielen und ihn plünderten und verwüsteten, war Mundelfingen dem Ruin nahe. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Ortschaft die schweren Schicksalsschläge überwunden hatte.
Wenige Jahre der Ruhe und des Friedens waren ihm vergönnt: Der Pfälzische Erbfolgekrieg im ausgehenden 17. Jahrhundert und die Einquartierungen und Kriegslieferungen während der Napoleonischen Zeit verhinderten für lange Zeit wirtschaftliche Prosperität. Am deutsch-französischen Krieg von 1870/71 beteiligten sich 12 Bürgersöhne, und im ersten Weltkrieg wurden 116 Soldaten eingezogen. Im zweiten Weltkrieg sollte das Dorf von 70 deutschen Mannschaften gegen die von Döggingen anrückenden Franzosen gehalten werden. In Mundelfingen wurden im Verlauf des Krieges 48 Häuser zerstört; die Schäden wurden von amtlicher Seite auf 34.000 Goldmark geschätzt.
Über Jahrhunderte hinweg bildete die Landwirtschaft die dominierende Haupterwerbsquelle der Einwohner von Mundelfingen. Erst mit dem Einzug der Industrialisierung auch im hiesigen Raum begann sich die Sozialstruktur des Dorfes zu verändern. Die Zahl derer, die noch in der Landwirtschaft beschäftigt sind, begann sich im Laufe der letzten vier Jahrzehnte erheblich zu reduzieren, und immer mehr Einwohner finden ihre Einkommen als Auspendler in den umliegenden Gemeinden mit Industriebetrieben.
Heute bietet die Ortschaft Mundelfingen mit den rund 700 Einwohnern und einer Gemarkungsfläche von 1524 Hektar, davon 435 ha Gemeindewald und mit den sehr rührigen kulturellen Vereinen, das Bild einer stattlichen Gemeinde.
Im Januar 1975 wird durch die vom Landtag beschlossene Gemeindereform die Eigenständigkeit in Frage gestellt und Mundelfingen nach der Zielplanung der Stadt Hüfingen zugeordnet.
Personen:



Dekan
Willibald Strohmeyer



Dekan Willibald Strohmeyer, geboren am 6. Juli 1877 in Mundelfingen, am 2. Juli 1902 zum Priester geweiht, 1909 bis 1945 (bis zum gewaltsamen Tod) Pfarrer von St. Trudpert (Münstertal).

Seine Liebe zur Heimat kommt in seiner Aufarbeitung der Mundelfinger Geschichte zum Ausdruck, die Grundlage der Mundelfinger Ortschronik wurde.

Dekan Strohmeyer zählt zu den bedeutendsten Bürgersöhnen Mundelfingens.



Keltische Viereckschanze
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Kaisermanöver 1894 in Mundelfingen

Ansichtskarte Mundelfingen von 1902

Gedächtniskarte Dekan Strohmayer